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a_mechanik:drehschwingungen:gruppenseiten:gruppe340:start [11 January 2021 09:13] – Überschrift maylinschiffelholz | a_mechanik:drehschwingungen:gruppenseiten:gruppe340:start [21 January 2021 07:33] (current) – maylinschiffelholz | ||
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===== Gruppe 340 ===== | ===== Gruppe 340 ===== | ||
+ | |||
+ | ==== Theoretische Grundlagen ==== | ||
+ | Wird der Draht mit der Drehscheibe um den Winkel $\varphi$ aus der Ruhelage ausgelenkt, so wirkt ein rücktreibendes Drehmoment D: | ||
+ | \begin{align*} | ||
+ | D &= -D_R \varphi \label{form: | ||
+ | \end{align*} | ||
+ | Die Lösung der Bewegungsgleichung dieses Systems | ||
+ | \begin{align*} | ||
+ | I \ddot{\varphi} &= -D_R \varphi \label{form: | ||
+ | \end{align*} | ||
+ | ist die harmonische Schwingung | ||
+ | \begin{align*} | ||
+ | \varphi(t)& | ||
+ | \end{align*} | ||
+ | ist die Kreisfrequenz der Schwingung. | ||
+ | Mit $\omega = \frac{2\pi}{T} \Rightarrow T = \frac{2\pi}{\omega}$ folgt für die Periodendauer T: | ||
+ | \begin{align} | ||
+ | T &= \frac{2\pi}{\omega} = 2\pi \sqrt{\frac{I}{D_R}} \label{form: | ||
+ | \end{align} | ||
+ | Die Winkelrichtgröße $D_R$ hängt von dem Material des Drahtes und seinen Abmessungen ab: Je härter das Material, je größer der Drahtradius, | ||
+ | \begin{align} | ||
+ | D_R &= \frac{\pi}{2} \frac{G \cdot r^4}{L} \label{form: | ||
+ | \end{align} | ||
+ | Da der Radius mit der vierten Potenz einfließt, haben schon kleine Veränderungen von $r$ eine große Auswirkung. Zur Veranschaulichung eine Beispielrechnung: | ||
+ | \\ | ||
+ | == Aufgabe 1 == | ||
+ | Ansatz zur Lösung der DGL: | ||
+ | \begin{align} | ||
+ | A\cdot sin(\omega t)+B\cdot cos(\omega t) | ||
+ | \end{align} | ||
+ | Zur Bestimmung der Konstanten $A$ und $B$ werden die Anfangsbedingungen benötigt. Damit wie in der angegebenen Lösung $A=0$ und $B=\varphi_0$ sind, muss folgendes erfüllt sein: | ||
+ | \begin{align} | ||
+ | \varphi(0)& | ||
+ | \dot{\varphi}(0)& | ||
+ | \end{align} | ||
+ | == Aufgabe 2 == | ||
+ | $D$ hat die Einheit $N\cdot m$, da es sich um ein Drehmoment handelt.\\ | ||
+ | $D_R$ hat nach oben die Einheit $\frac{N\cdot m}{rad}$.\\ | ||
+ | Das Trägheitsmoment $I$ hat die Einheit $kg \cdot m^2$.\\ | ||
+ | $\varphi$ hat die Einheit $rad$. | ||
+ | |||
+ | == Aufgabe 3 == | ||
+ | Setzt man Gleichung 3 in Gleichung 2 ein, erhält man: | ||
+ | \begin{align*} | ||
+ | - I\omega^2\varphi_0 cos(\omega t)& | ||
+ | \Rightarrow I \omega^2& | ||
+ | \Rightarrow \omega^2 &= \frac{D_R}{I}\\ | ||
+ | \Rightarrow \omega& = \sqrt{\frac{D_R}{I}} | ||
+ | \end{align*} | ||
+ | == Aufgabe 4 == | ||
+ | Das Drehmoment lässt sich über $D= I \cdot \alpha$ berechnen, wobei $I$ das Trägheitsmoment ist und $\alpha$ die Winkelbeschleunigung. Ist das Trägeheitsmoment bekannt, lässt sich die Winkelbeschleunigung bestimmen, indem die Periodendauer gemessen wird. Es gilt $\alpha=\dot{\omega}=\frac{2\pi}{\dot{T}}$ und damit $D=\frac{I\cdot 2\pi}{\dot{T}}$ | ||
+ | == Aufgabe 5 == | ||
+ | Die Arbeit, die man bei einer Drehung um $d\varphi$ verrichten muss, lässt sich analog zum Fall einer gradlinigen Bewegung durch $dW=D\cdot d\varphi$ berechnen. Zudem erhält man die Rotationsenergie aus $E_{rot}= \frac{1}{2} I \omega^2 = \frac{1}{2} I \dot{\varphi}^2$. Die Änderung der Rotationsenergie entspricht der Änderung der Arbeit. Leitet man also die beiden Formeln ab und setzt diese gleich, bekommt man:\\ | ||
+ | \begin{align} | ||
+ | D \dot{\varphi}& | ||
+ | \Rightarrow D&=I \ddot{\varphi} | ||
+ | \end{align} | ||
+ | Setzt man nun die $D=-D_R \varphi$ ein, erhält man die gesuchte Formel. | ||
+ | == Aufgabe 6 == | ||
+ | Der Steinersche Satz lautet: | ||
+ | \begin{align*} | ||
+ | I_B=I_S+a^2M | ||
+ | \end{align*} | ||
+ | Um den Satz zu beweisen, benötigt man $I_B=\int_V r^2\, | ||
+ | ====Durchführung der Experimente==== | ||
+ | Nun wenden wir uns der Versuchsdurchführung zu. Zunächst ein Überblick über die benutzten Materialien: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | ===Torsionsmodul des Drahtes=== | ||
+ | In diesem Abschnitt wird die Messung durchgeführt, | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Danach habe ich den Draht folgendermaßen aufgehängt: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | und den Stab sicher daran befestigt. | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Im Ganzen sah es dann so aus: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Die folgenden Videos verdeutlichen den Versuchsablauf, | ||
+ | {{ : | ||
+ | {{ : | ||
+ | Wie zu sehen ist, wurden jeweils 5 Periodendauern gemessen. Danach habe ich die Länge des Drahtes verkürzt, indem ich ihn um den Stab gewinkelt habe. Für die neue kürzere Länge wurden erneut 5 Periodendauern gemessen. Dies habe ich für 5 unterschiedliche Längen gemacht, um für den linearen Fit genug Dtanepunkte zu haben. Die Messwerte finden sich in folgender Tabelle: | ||
+ | |||
+ | In der folgenden Tabelle sind die Messwerte aufgeführt: | ||
+ | ^ Länge L in cm ^ u(L) in cm ^ $T_5$ in s^ | ||
+ | | 66, | ||
+ | | 60, | ||
+ | | 50, | ||
+ | | 38, | ||
+ | | 27 |0,3|10,53| | ||
+ | |||
+ | Die Auswertung findet sich im dazugehörigen Bericht.\\ | ||
+ | \\ | ||
+ | Desweiteren | ||
+ | Zuerst mit einem Stahlseil ($r=(4,5\pm 0,5)mm$). Die Versuchsdurchführung ist hier zu sehen: | ||
+ | {{ : | ||
+ | Dann mit einer Naturfaser Schnur ($r=(0,5\pm 0,3)mm$: | ||
+ | {{ : | ||
+ | Zudem einem Plastik Bindfaden ($r=(2,5\pm 0,5)mm$: | ||
+ | {{ : | ||
+ | Und einem Wollfaden $r=(0,5\pm 0,3)mm$: | ||
+ | {{ : | ||
+ | |||
+ | ===Trägheitsmoment=== | ||
+ | In diesem Teil werden die Messungen durchgeführt, | ||
+ | Dazu habe ich den Versuch zunächst für ein zylindrisches Gewicht mit Radius r = (1,4 $\pm$ 0,1)cm, Höhe h = (3,7 $\pm$ 0,1)cm und m = (201,0 $\pm$ 0,5)g und Drahtlänge l = (67,0 $\pm$ 0,3)cm durchgeführt. Die Dauer von 5 Perioden betrug 7,98 s. | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Danach habe ich einen Topfdeckel mit den Werten r = (10,7 $\pm$ 0,1)cm, Höhe h = (0,7 $\pm$ 0,1)cm und m = (607,0 $\pm$ 0,5)g und Drahtlänge l = (58,0 $\pm$ 0,3)cm durchgeführt. Die Dauer von 5 Perioden betrug 83,33 s. | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Zuletzt habe ich einen nahezu quaderförmigen Tetrapak mit den Maßen a = (7,0 $\pm$ 0,1)cm, b = (21 $\pm$ 0,1)cm und c = (7,0 $\pm$ 0,1)cm benutzt. Dabei habe ich zuerst den halbvollen Tetrapak mit einer Masse von m = (528,0 $\pm$ 0,5)g und Drahtlänge l = (50,0 $\pm$ 0,3)cm verwendet. Den Tetrapak habe ich mit Klebeband so stabilisiert, | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | Hier habe ich die Schwingungen gefilmt, damit man die starke Dämpfung der Auslenkung im Vergleich zu den Videos oben mit dem Stab erkennen kann. Die Dauer von 5 Perioden betrug 45,55 s. | ||
+ | {{ a_mechanik: | ||
+ | Im Anschluss habe ich den Tetrapak geleert, so dass die Masse nur noch (42 $\pm$ 0,5) g war. Nun haben 5 Perioden nur noch 18,61 s benötigt und es war keine Dämpfung zu erkennen. | ||
+ | {{a_mechanik: | ||
+ | |||
+ | Für die Zeitmessung mittels Stoppuhr habe ich meine Reaktionszeit bei einem erwarteten Ereignis bestimmt. Dazu habe ich ein Computerprogramm genutzt. Dort läuft eine Stoppuhr im Format 0.00 s und es soll die Leertaste gedrückt werden, wenn die Uhr 5.00 erreicht. Das Programm berechnet dann die Differenz zwischen Sollwert und gedrückter Zeit. Dies wird 10 mal wiederholt und daraus der Mittelwert als Unsicherheit der Zeitmessung von 5 Perioden genommen. Um die Unsicherheit für eine Periodendauer zu erhalten, wird das Ergebnis nochmal durch 5 geteilt. | ||
+ | ^ Reaktionszeit in s ^ Mittelwert in s ^ | ||
+ | | 0.074069|0.157267| | ||
+ | |-0.191072|| | ||
+ | |-0.088644|| | ||
+ | |-0.324001|| | ||
+ | | 0.274277|| | ||
+ | |-0.270641|| | ||
+ | | 0.252224|| | ||
+ | |-0.023017|| | ||
+ | |-0.067660|| | ||
+ | |0.007060|| |