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d_optikundatomphysik:interferenz [20 December 2016 10:48] – fricke | d_optikundatomphysik:interferenz [22 December 2016 11:05] (current) – [Gitter] ruben.boesche@t-online.de | ||
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====== Interferenz ====== | ====== Interferenz ====== | ||
===== Grundlegendes ===== | ===== Grundlegendes ===== | ||
- | Interferenz tritt auf, wenn Wellen aufeinander treffen, deren Ursprungsorte verschieden sind. Treffen die Wellenfronten aufeinander, | + | Interferenz tritt auf, wenn Wellen aufeinander treffen, deren Ursprungsorte verschieden sind. Treffen die Wellenfronten aufeinander, |
===== Veranschaulichung ===== | ===== Veranschaulichung ===== | ||
- | Hier sehen wir als Beispiel zwei punktförmige Quellen, deren Wellenfronten interferieren. Die Wellen auf den Bildern sind um π(=180°) verschoben. Dadurch sind an den Orten an denen auf dem linken Bild Maxima sind, auf dem rechten Bild Minima entstanden. | + | Hier sehen wir als Beispiel zwei punktförmige Quellen, deren Wellenfronten interferieren. Die Wellen auf den Bildern sind um $π ( = 180° )$ verschoben. Dadurch sind an den Orten an denen auf dem linken Bild Maxima sind, auf dem rechten Bild Minima entstanden. |
{{: | {{: | ||
- | Hier kann man in der Animation nocheinmal die Ausbreitung der beiden Punktwellen beobachten | + | Hier kann man in der Animation nocheinmal die Ausbreitung der beiden Punktwellen beobachten: |
- | {{: | + | <WRAP group> |
+ | <WRAP 30% left> | ||
+ | {{ : | ||
+ | </ | ||
+ | </ | ||
- | ===== Doppelspalt | + | ===== Lichtwellen |
+ | <WRAP group> | ||
+ | <WRAP 30% right> | ||
+ | {{ : | ||
+ | </ | ||
+ | Da Licht als Welle aufgefasst werden kann, interferieren auch Lichtwellen miteinander. Dies funktioniert analog wie oben bei den Wasserwellen. Allerdings spricht man dann von Kugelwellen, | ||
- | Nach dem [[Hygenschen Prinzip]] sind alle Punkte einer Wellenfront Ausgangspunkt von Elementarwellen. Dies sieht man besonders wenn eine Wellenfront auf einen Doppelspalt trifft. Dahinter zeigt sich ein Interferenzmuster wie bei den Bildern zuvor: | + | Um Interferenz bei Lichtwellen beobachten zu können, müssen diese [[d_optikundatomphysik: |
+ | </ | ||
- | {{: | ||
- | ===== Einzelspalt | + | ===== Interferenzerscheinungen |
+ | Interferenz kann an verschiedenen Experimenten beobacht werden. Hier werden transversale Wellen betrachtet und anhand von Licht ([[d_optikundatomphysik: | ||
- | Auch hinter einem einzelnen Spalt zeigen Wellen Interferenzmuster. | + | ==== Doppelspalt ==== |
+ | Nach dem [[d_optikundatomphysik: | ||
- | ===== Lichtwellen ===== | + | <WRAP group> |
+ | <WRAP 30% left> | ||
+ | {{ : | ||
+ | </ | ||
+ | </ | ||
- | Da Licht als Welle aufgefasst werden | + | ++++ |
+ | Herleitung für die Interferenzbedingung am Doppelspalt (zum Ausklappen bitte hier klicken)| | ||
+ | <WRAP group> | ||
+ | <WRAP 30% right> | ||
+ | {{ : | ||
+ | </ | ||
+ | Man betrachte die Abbildung auf der rechten Seite. Hier beschreibt $a$ den Abstand der beiden Spalte, $d$ den Abstand zwischen Doppelspalt und Schirm und $x$ den Abstand eines Maximums (konstruktive Interferenz) vom Mittelpunkt (wo das so genannte nullte Maximum zu sehen ist).\\ Zunächst nimmt man an, dass $\alpha = \alpha '$, da $d\gg a$. Man geht also davon aus, dass die beiden Strahlen in der Nähe des Spaltes parallel sind. \\ | ||
+ | Für den Gangunterschied $\Delta s$ (Differenz zwischen den Längen der beiden Strahlen gemessen zwischen Startpunkt am Spalt und Auftreffpunkt am Schirm) gilt | ||
+ | \begin{eqnarray} | ||
+ | \sin{\alpha} &&= \frac{\Delta s}{a}\\ | ||
+ | \Leftrightarrow \Delta s &&= \sin{\alpha} \cdot a | ||
+ | \end{eqnarray} | ||
+ | Man erhält kontruktive Interferenz, | ||
+ | Dann gilt also für Maxima auf dem Schirm | ||
+ | $$\lambda = \sin{\alpha} \cdot a$$ | ||
+ | Auf der anderen Seite am Schirm | ||
+ | \begin{eqnarray} | ||
+ | \tan{\alpha} &&= \frac{x}{d} | ||
+ | \Leftrightarrow \alpha &&= \arctan{\frac{x}{d}} | ||
+ | \end{eqnarray} | ||
+ | Für die ersten Maxima ist der Winkel $\alpha$ sehr klein. Dann gilt | ||
+ | \begin{eqnarray} | ||
+ | \sin{\alpha} && | ||
+ | \text{und} \ \tan{\alpha} && | ||
+ | \end{eqnarray} | ||
+ | Nimmt man nun beide Bedingungen zusammen, erhält man durch einfache Umformungen die Interferenzbedingung am Doppelspalt | ||
+ | \begin{eqnarray} | ||
+ | \lambda &&= \alpha \cdot a \\ | ||
+ | \lambda &&= \frac{x}{d} \cdot a \ \text{mit} \alpha \approx \frac{x}{d}\\ | ||
+ | \text{Also gilt } \ \lambda \cdot d &&= x \cdot a. | ||
+ | \end{eqnarray} | ||
+ | Betrachtet man nun nicht das erste Maximum, sondern das n-te Maximum und den Abstand $x_n$ dieses Maximums vom nullten Maximum, so erhält man | ||
+ | $$n \cdot \lambda \cdot d = x_n \cdot a.$$ | ||
+ | </ | ||
+ | ++++ | ||
+ | |||
+ | ==== Einzelspalt ==== | ||
+ | |||
+ | Auch hinter einem einzelnen Spalt zeigen Wellen Interferenzmuster. Hierbei betrachtet | ||
+ | ++++ Interferenzbedingung am Einzelspalt (zum Ausklappen bitte klicken)| | ||
+ | <WRAP group> | ||
+ | <WRAP 30% right> | ||
+ | {{ : | ||
+ | </ | ||
+ | Achtung: Hier werden die Minima (destruktive Interferenz) betrachtet und die Bezeichnungen in der Abbildung unterscheiden | ||
+ | In dieser Abbildung ist die Spaltbreite gegeben durch $\Delta x$, der Abstand zwischen Spalt und Schirm durch $d$ und der Abstand vom nullten Maximum zum n-ten Minimum durch $a_n$. | ||
+ | Dann gilt für das n-te Minimum | ||
+ | $$n \cdot \lambda = \Delta x \cdot \sin{\alpha} = \Delta x \cdot \frac{a_n}{d}$$ | ||
+ | Für das n-te Maximum gilt (wobei $a_n$ nun der Abstand zum n-ten Maximum ist) | ||
+ | $$\frac{2 \cdot n + 1}{2} \cdot \lambda = \Delta x \cdot \sin{\alpha} = \Delta x \cdot \frac{a_n}{d}$$ | ||
+ | </ | ||
+ | ++++ | ||
+ | |||
+ | ==== Gitter ==== | ||
+ | An einem optischen Gitter kann man ebenfalls eine Interferenzbedingung angeben. Diese ist für die Hauptmaxima analog zu der ++Interferenzbedingung|($n \cdot \lambda \cdot d = x_n \cdot g$)++ am Doppelspalt. Dabei gibt $g$ den Abstand der Gitterelemente an. | ||
+ | |||
+ | ==== Michelson-Interferometer ==== | ||
+ | Das Michelson-Interferometer ist beschrieben im Artikel [[d_optikundatomphysik: | ||
+ | ++++Die Interferenzbedingung ist hierbei gegeben durch (hier klicken zum Aufklappen)| | ||
+ | $$n \cdot \lambda = 2 \cdot \Delta d.$$ | ||
+ | Dabei ist $\Delta d$ der Armlängenabstand und $n$ die Anzahl der Maxima. | ||
+ | ++++ | ||
- | Um Interferenz bei Lichtwellen beobachten könne, müssen diese [[kohärent]] sein und die Breite der Spalte müssen in der Größenordnung der Wellenlänge sein. | ||
- | {{: | ||